Aktiv statt Passiv

„Nicht umsonst heißt in der deutschen Grammatik das Passiv auch ‚Leideform‘ Vielleicht, weil der Leser leidet …“

Elisabeth Eigruber, TextHelden

Auch wenn es jetzt kurz mal langweilig wird, bitte lesen Sie weiter – ich verspreche ein Aha-Erlebnis. Kommen Ihnen Texte wie diese bekannt vor?

„XY Kaffeekapseln für Privatkunden werden in Österreich bis Ende nächsten Jahres mit 80 % recyceltem Aluminium hergestellt. Diese Weiterentwicklung unterstreicht die Unternehmensstrategie, die Wiederverwertung von Produktmaterialien zu forcieren, und ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg von XY hin zur Kreislaufwirtschaft. 2020 steht für XY ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit: Der Launch der mit 80 % recyceltem Aluminium hergestellten Kapseln markiert auch den Auftakt der neuen Nachhaltigkeitskampagne (…).“

Schön, wenn es so ist, aber besser lesbar wäre der Text definitiv, würde sich der Schreiber von einigen passiven Formulierungen und Infinitivkonstruktionen verabschieden und statt dessen sagen, was Sache ist. Mein Vorschlag:

„XY startet eine Nachhaltigkeitskampagne und stellt Kaffeekapseln aus recyceltem Aluminium her. ‚Wir wollen unsere Produktmaterialien, soweit es irgendwie geht, wiederverwerten‘, sagt XX. ‚Bis Ende 2021 werden wir 80 Prozent der Kaffeekapseln für Privatkunden aus recyceltem Aluminium herstellen..‘ Das klare Ziel für XY: eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.“

Nicht umsonst heißt in der deutschen Grammatik das Passiv auch „Leideform“. Vielleicht, weil der Leser leidet … Also, weg mit passiven Formulierungen wie „werden hergestellt“ oder „steht im Zeichen“ und stattdessen mehr aktive Zeitwörter und aktive Formulierungen verwenden!

1 Kommentar zu „Aktiv statt Passiv“

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